Bundesinnungsmeister zu Gast: Gleichstellung bis 2034 verlängert
von Team Glasfachschule
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Besuch an der Glasfachschule NRW (von links): Schulleiter Jochen Roebers, Hauptgeschäftsführer Raoul Nossek, Bundesinnungsmeister Robert Schmitz, Jan Lux vom Glaserinnungsverband NRW sowie die Abteilungsleiter Peter Backes, Georg Linden und Alexander Haßel. -
Bundesinnungsmeister Robert Schmitz (rechts) und Hauptgeschäftsführer Raoul Nossek begutachten beim Rundgang ein Glasstück. -
Georg Linden (rechts), Werkstatt- und Abteilungsleiter Handwerk, erläutert Bundesinnungsmeister Robert Schmitz (links) und Jan Lux Entwürfe für Glasmalerei.
Im September 2026 besuchten der neue Bundesinnungsmeister des Glaserhandwerks, Robert Schmitz, und der neue Hauptgeschäftsführer des Bundesinnungsverbandes, Raoul Nossek, die Glasfachschule NRW im Rahmen ihres Antrittsbesuchs. Begleitet wurden sie von Jan Lux, Geschäftsführer des Glaserinnungsverbandes NRW.
Beim Rundgang durch die Werkstätten der Glaser sowie der Glasveredler für Glasmalerei und Kunstverglasung, Schliff und Gravur sowie Kanten- und Flächenveredelung tauschten sich die Gäste mit erfahrenen Werkstattlehrkräften sowie Auszubildenden der Berufsschule und der Berufsfachschule für Glastechnik und Glasgestaltung aus. Neben der hochmodernen Ätzanlage zeigten Georg Linden und Alexander Haßel, die Werkstatt- und Abteilungsleiter Handwerk, den neuen „Makerspace" der Glasfachschule NRW. In diesem Werkstattbereich üben Auszubildende der vollzeitschulischen und der dualen Ausbildung im fachpraktischen Unterricht an flexibel einsetzbaren Modulen den Aus- und Einbau von Türen, Fenstern, Duschwänden, Geländern und absturzsichernden Verglasungen.
Robert Schmitz betonte während des Besuchs die Bedeutung der spezialisierten Ausbildungsorte für das Handwerk: „Wir brauchen gute Schulen und Standorte, die das Glas-Handwerk qualifiziert ausbilden. Wir brauchen junge Menschen, die gelernt haben, mit Werkstoffen sicher und mit Spaß an der Arbeit umzugehen."
Ein weiteres Thema war die Digitalisierung im Handwerk. Die Glasfachschule vermittelt mit ihrer modernen IT-Ausstattung grundlegende Kompetenzen in CAD, digitaler Gestaltung, Plottertechnik und 3D-Druck. Im Gespräch mit dem federführenden Lehrer Peter Backes waren sich alle Beteiligten einig, dass Künstliche Intelligenz auch im Handwerk große Veränderungen mit sich bringt, auf die Betriebe wie Schulen mit passenden Ausbildungsinhalten reagieren werden. Die zeitgemäße Weiterentwicklung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen aus den Jahren 2001 (Glaser) und 2004 (Glasveredler) war ebenfalls Thema des Austauschs. Im vertrauensvollen Miteinander von Betrieben, Verbänden und Schulen liegt die Chance, traditionelle und moderne Handwerkstechniken zukunftssicher zusammenzuführen.
Bundesrat stimmt Gleichstellung von Prüfungszeugnissen zu
Schulleiter Jochen Roebers konnte mit einer freudigen Nachricht aufwarten. Bis 2034 gilt erneut: Wer in Rheinbach an der Berufsfachschule für Glastechnik und Glasgestaltung die Ausbildungsberufe Glaser oder Glasveredler (in drei Fachrichtungen) erfolgreich abschließt, erhält einen Abschluss, der rechtlich der bestandenen Gesellen- beziehungsweise Abschlussprüfung im dualen System gleichgestellt ist. Dies ist deutschlandweit mittlerweile einzigartig.
Der Zustimmung des Bundesrates zu der entsprechenden Verordnung am 8. Mai 2026 ging 2025 eine umfassende Überprüfung durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) voraus, unter anderem von Werkstattausstattung, Qualifikation der Lehrkräfte, Ausbildungsumfang und Prüfungserfolgen. Im zusammenfassenden Fazit des Gutachtens heißt es: „Die Glasfachschule NRW zeichnet sich insgesamt durch eine hochwertige Ausbildung aus, deren Gesamtkonzept allgemeinbildende, berufsbildende und künstlerische Elemente umfasst. Die hohe nationale Anerkennung, die die Glasfachschule NRW erfährt, macht dies ebenfalls deutlich."
Für die Qualität der Ausbildung sprechen auch die Ergebnisse der vergangenen Jahre: Von 2017 bis 2024 erzielten Schülerinnen und Schüler der Glasfachschule NRW jedes Jahr Erst-, Zweit- oder Drittplatzierungen auf Kammer-, Landes- und Bundesebene, unter anderem bei den Leistungswettbewerben „German Craft Skills" und „Die gute Form". Auch beim europäischen Nachwuchspreis für Glaskünstlerinnen und Glaskünstler ist die Schule seit Jahren erfolgreich vertreten.
Wichtiges Ziel der Glasfachschule ist es, für das Glashandwerk hochqualifizierten Nachwuchs zu sichern, gerade angesichts des demografischen Wandels. Sowohl die duale als auch die vollzeitschulische Ausbildung leisten hierzu seit Jahren ihren Beitrag. Auch als Standort für die Weiterbildung ist Rheinbach wichtig: Mit dem Meistervorbereitungskurs in Teilzeit ist die Glasfachschule NRW als Partner des Glaserinnungsverbandes NRW eng eingebunden. Lehrkräfte der Schule betreuen den Kurs außerschulisch, auch die Praxistage finden in Kooperation in den Werkstatträumen der Glasfachschule statt. Der Meistervorbereitungskurs ist damit ein weiterer wichtiger Baustein in der Sicherung des Glasnachwuchses.
Auf der glasstec 2026, der Weltleitmesse der Glasbranche, zeigt die Glasfachschule NRW Präsenz auf dem Messestand des Bundesinnungsverbandes. Im Schulterschluss demonstrieren die Partner einem internationalen Publikum die Leistungsfähigkeit des deutschen Handwerks, die auch auf den Qualitäten des dualen Systems beruht.
Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks
Text: Alexander Haßel, Oliver Dohmen, Jochen Roebers
Fotos: Lucas Pfingsten