Reisebericht Tschechien März 2017

von Sebastian Ramm

Reisebericht Tschechien März 2017

Als Schleifer oder Glaser durften wir dieses Jahr im März an einem dreiwöchigen Austausch an unserer Partnerschule, der Glasfachschule in Kamenicky Senov teilnehmen. Kamenicky Senov ist ein kleines Dorf in Tschechien und liegt auf rund 629 m Höhe in mitten einer bewaldeten Gebirgslandschaft.

Unsere Reise traten wir zu elft vom Kölner HBf an. Nach der etwa achtstündigen Anreise mit der Bahn, empfingen uns die Lehrer der Schule sehr freundlich und brachten uns zu der Pension ‚Panská Skála‘, was übersetz so viel wie ‚Herrnhausfelsen‘ bedeutet. Der Name rührt daher, dass es sich bei der Pension um ein ehemaliges Herrenhaus der Deutschen handelt. In direkter Nähe liegt der Herrenhausfels, bei dem es sich um ein ungewöhnliches, vulkanisch entstandenes Felsengebilde aus Basalt handelt. Unser Zuhause für die nächsten drei  Wochen ließ nichts zu wünschen übrig. Das Haus, in dem wir wohnten war groß, gemütlich und bot ein leckeres Frühstück.

Jeden Morgen machten wir uns gegen viertel vor Acht zu Fuß auf den rund zwanzigminütigen Schulweg.

Der erste Eindruck der Schule sowie aller anderen Gebäude, war für viele von uns schockierend, da alles ungewohnt heruntergekommen und profan wirkte. Doch wir merkten bald, dass, trotz des geringeren Standards der Schule (ältere Maschinen, weniger Material etc.), die Arbeit und die Ergebnisse der tschechischen Schüler keineswegs zu leiden schienen. Trotz einiger Herausforderungen, die die uns aufgetragenen Arbeiten mit sich brachten, fanden wir uns schnell zurecht.

Die Schule in Kamenicky Senov widmet sich stark dem Design und verfügt neben einer Schleiferei und einer Gravur außerdem über eine Metall- und eine Tonwerkstatt.

Wir arbeiteten die in den ersten anderthalb Wochen in der Tonwerkstatt. Dort modellierten wir plastische Abgussformen, um diese schließlich zu Glasskulpturen zu gießen. Dafür musste der geformte Ton gut mit Gips beschichtet werden. Die über Nacht getrocknete Abguss Form konnten wir am nächsten Tag mit Glas befüllen und in den Ofen stellen.

Außerdem besuchten wir in diesen Tagen das Glasmuseum, die erste Glasfachschule und den Friedhof der deutschen Einsiedler aus Vorkriegszeit im Ort.

Die darauf folgenden Wochen verbrachten wir in den weiteren Werkstätten. Im Unterschied zu unserer Schule, wird dort wenig mit teuren Diamantscheiben und mehr mit Kupferrädern gearbeitet. Die Maschinen sind deutlich älter, unseren aber so ähnlich das es unproblematisch war damit umzugehen. Neu war für uns vor allem die Metallwerkstatt. Hier werden zum Beispiel Lampen designt und entwickelt. Wir haben einen Einblick in die Schmiede erhalten, indem wir aus feuererhitztem, glühenden Stahl mittels Hammer und Zange Rosen anfertigten.

Auf unserer Reise haben wir zudem einige Glashütten besichtigt. Der ein oder andere hat sich auch selbst im Glasblasen versucht.

Gemeinsam mit unseren Tschechischen Mitschülern und Mitschülerinnen unternahmen wir in der zweiten Woche einen Tagesausflug nach Prag, bei dem wir uns den Veitsdom, das Museum Moser und die bekannte Zwergengasse mit ihren winzigen Häuschen anschauten.

Alles in allem haben wir in Tschechien viel gelernt und viel gesehen. Wir werden die Reise, die Bergluft und die gemeinsame Zeit in guter Erinnerung behalten.

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