Paris ist schön, n'est-ce que pas?

von Sebastian Ramm

Paris ist schön, n'est-ce que pas?

Haben Sie das letzte Wort gerade nicht lesen können? Dann willkommen in der pariser Welt. Solange Sie nicht fließend französisch sprechen, ist die Kommunikation in Paris ein Fuchteln mit Händen und Füßen, denn nicht viele Menschen sprechen hier Englisch oder gar Deutsch. Und trotzdem ist der dreiwöchige Austausch ein Genuss!

Innerhalb der pariser Innenstadt befand sich unser Hostel und auch unsere Austauschschule: Das Lyceé Lucas de Nehou. Hier verbrachten wir die Werktage meist von 9 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, um uns in ihren zwei Werkstätten neue Techniken aneignen zu können.

Da gibt es einmal die Glaserei Werkstatt. Haben Sie schon mal die Glaserei in unserer Schule besucht? Dann kennen sie vielleicht die großen Verglasungen, die in ihren prachtvollen Farben leuchten, sobald das Licht sich zeigt. Die französische Glaserei hingegen stellt das Gegenteil her: Glasereien in der Größe eines A5-Blattes und dennoch so detailliert, dass man sich nicht darin satt sehen kann!

Hier fertigten wir ein abstraktes Glasgebilde aus frei hängenden Rosen und Blättern an. Diese Art von Bleitechnik nennt sich Tiffany und wird heute nicht mehr oft angetroffen, geschweige denn umgesetzt.

Als nächstes gibt es die Malerei Werkstatt direkt darüber. Hier finden Sie nichts an Terpentin- und Spiritusdämpfen, die Ihnen die Sinne vernebeln! Einzig und allein Wasser wird zum Anmischen der Farbe verwendet: Wäre da nicht noch die bleihaltige Farbe hätte dies einer der gesündesten Räume der Schule sein können.

Als letztes gibt es da noch die Werkstatt, die unserer Schleiferei am nächsten kommt. Hier lernten wir eine uns komplett fremde Art der Glasbearbeitung. Haben Sie schon mal mit Hammer und Meißel auf Glas eingeschlagen? Vermutlich nicht, immerhin geht das dann kaputt!....So glaubt man. Aber wenn man weiß, wie man kontrolliert Schaden anrichten kann, dann entstehen muschelförmige Brüche und ausgefranste Ränder, mit denen Wir Schalen zierten.

An den freien Tagen stand es uns frei Paris und somit auch unsere Sprachkenntnisse zu erkunden. Wie fragt man bloß in einem Laden nach frischen Karotten? Was sagt man, wenn man um einen Einkaufsbeleg bitten will? Und was macht man, wenn man erfolgreich nach dem Weg gefragt hat und dein Gegenüber anfängt wie ein Wasserfall zu plaudern? Hätten Sie es gewusst?

Oh, und die Preise in Paris! Souvenirs aus Frankreich mitzubringen klingt immer so einfach, aber die Praxis dessen ist um einiges schwieriger.

Dennoch gibt es auch ohne große Geldvorräte in Paris vieles zu entdecken. Neben den Klassikern wie Notre Dame, der schönen Seine, dem Eiffelturm oder dem riesigen Louvre gibt es viele Straßenhändler mit hübschen Bildern oder anderen Kleinigkeiten, kleine versteckte Läden in Gässchen wie Schatzkisten gefüllt und spontane Orchesterauftritte am Straßenrand.

Ja, die Straßen Paris sind in unserer heutigen Zeit zwar nicht immer ungefährlich, aber dennoch wie eine Schatzkammer mit vielen kleinen Dingen geschmückt, die das Erkunden lohnen und die Geschmäcker eines jeden Touristen treffen können!

Lea Jöhncke, BF115

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